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Ornithologen Gruppe Pfäffikersee

Ornithologischer Beobachtungskalender vom Pfäffikersee

Winter 2010 - 2011
(1. Oktober 2010 bis 31. März 2011)

Liebe Freunde des Pfäffikersee-Gebietes

Ich kann über ein äusserst interessantes Winterhalbjahr berichten. Einige seltene Arten haben dieses Jahr in unserem Gebiet eine Rast eingelegt.

Die Monate Dezember/Januar waren geprägt durch grosse Kälte und Schneefall. Der Pfäffikersee trug während einiger Wochen eine kompakte Eisschicht. Die nachfolgenden Monate waren dann eher zu mild und es fiel wenig Niederschlag. Während der Frostperioden konnten die Wintergäste auf die umliegenden Gewässer ausweichen. Zudem blieben Giwitzenkanal und Aabach ständig eisfrei, wohin vor allem Gänsesäger gerne auswichen.

Die ersten Rückkehrer aus dem Winterquartier fanden dieses Jahr ideale Bedingungen vor. Viele Zugvögel trafen eher etwas früher ein als in anderen Jahren.

Nachstehend finden Sie meinen Bericht über das ornithologische Geschehen im Winterhalbjahr 2010/2011.

STATISTIK

Der vorliegende Bericht basiert auf 1699 Datensätzen. Im Winterhalbjahr wurden beobachtet:

106 verschiedene Vogelarten, davon 33 Indikatorarten

Etliche der festgestellten Vogelarten sind in der Roten Liste der gefährdeten und verletzlichen Arten aufgeführt.

ERWÄHNENSWERTE WINTERGÄSTE

Zwischen November und Januar war mehrmals ein Prachttaucher auf Nahrungssuche in der Nordhälfte des Sees anzutreffen.

Kurz vor Weihnachten trat ein Rothalstaucher in Erscheinung und blieb bis Anfang Februar am See.

Der Silberreiher gehört zunehmend zu den regelmässigen Nahrungsgästen. Hin und wieder waren 2 gleichzeitig zu beobachten, am 7. März sogar 20 Indiv.

Erstmals konnten Singschwäne am Pfäffikersee festgestellt werden. Am 26. Dezember eine Gruppe von 4 Vögeln.

Die 3  Graugänse gehören zu den seltenen Besuchern in unserem Gebiet. Rostgänse treten seit der bewussten Dezimierung nur noch unregelmässig in Erscheinung. Im November/Dezember waren auch Brandgänse anwesend.

Erneut überwinterte eine männliche Spiessente am See. Sie war regelmässig am Pfäffiker
Seequai zu finden.

Zwergsäger sind in den letzten Jahren sehr selten geworden. Am 2. Januar konnten 2 Weibchen beobachtet werden. Ein Mittelsäger-Weibchen flog am 9. Dezember ein und blieb bis Anfang März am See.

Im Dezember war dreimal eine weibliche Kornweihe zu Gast und auch 1 Wanderfalke wurde im Januar beobachtet.

Eine Schwarzkopfmöwe konnte am 10. März unter Lachmöwen festgestellt werden. Zwei Zwergmöwen flogen Mitte November am See.

Viel Freude bereiteten uns zwei Waldohreulen, die einen Schlafbaum in der Nähe des Seeweges am Südufer bezogen hatten. Sie konnten während des Monats März regelmässig beobachtet werden.

Sehr selten geworden ist in den letzten Jahren der Grauspecht. Im März konnte er im Torfriet gehört und beobachtet werden.

Eine hohe Beachtung fand in der Schweizer Presse der Einflug von nordischen Schwanzmeisen. Auffälligstes Merkmal ist der schneeweisse Kopf. Gelegentlich konnte ein solcher Exot am Chämptnerbach beobachtet werden, teilweise zusammen mit einem einheimischen Ex. Die Beobachtung von Bartmeisen gehört zu den seltenen Erlebnissen. Ein Paar hielt sich Ende Jahr in der Nähe der Sturmlaterne auf.

Gegen Ende März sind drei Mal weisssternige Blaukehlchen in der Nähe des Strandbads Auslikon auf Futtersuche gesehen worden.

Eine grössere Gruppe von gegen 40 Alpenbirkenzeisigen war im Januar unterwegs.

TRENDS BEI DEN REGELMÄSSIGEN WINTERGÄSTEN

Der Zwergtaucher war im letzten Winter wieder häufiger anzutreffen. Vor allem am Nordufer waren die kleinen Taucher sehr aktiv und trillerten. Es bleibt zu hoffen, dass mindestens ein Paar ausharrt und zur Brut schreitet. Hin und wieder konnte auch ein Schwarzhalstaucher am See beobachtet werden. Ende März eine Gruppe von 15 Tauchern. Die Höchstzahl bei den Haubentauchern lag Anfang Oktober bei 80.

Kormorane hielten sich täglich am See auf. Grössere Einflüge waren vor allem im Oktober und November festzustellen, im Maximum 550 Ex.

Die Graureiher gehören zu den regelmässigen Futtergästen rund um den See und auf den Rietflächen.

Im Dezember waren 2 – 3 Rohrdommeln anwesend. Zu Beginn des neuen Jahres scheinen sie aber weitergezogen zu sein. Dies könnte mit der Eisbildung auf dem See im Zusammenhang stehen.

Ab Anfang März war das Wetziker Brutpaar der Weissstörche wieder regelmässig auf Futtersuche zu beobachten. Brutbeginn am Schönauweiher war ca. Ende März.

Diesmal gelang uns eine einzige Knäkenten-Beobachtung, während die Krickenten recht häufig waren. Auch Schnatterenten hielten sich während des ganzen Winters am See auf. Ebenso Löffelenten und Kolbenenten, jedoch stets nur Einzelvögel oder kleine Gruppen. Auch bei den Tafelenten blieben grössere Ansammlungen aus, während die maximale An-
zahl Reiherenten bei 85 lag. Die ersten Schellenten trafen gegen Ende November am See ein. Mehr als 7 Indiv. konnten aber nie gezählt werden.

Der Gänsesäger gehört zu den regelmässigsten Wintergästen. Die Höchstzahl lag bei 26 am 8. Februar auf dem Schönauweiher. Auch bei Eisbildung fliegen die Säger nicht weg, sondern weichen auf die eisfreien Stellen aus.

1 – 3 Rotmilane konnten während der ganzen Berichtsperiode auf Nahrungssuche über dem Riet beobachtet werden. Die Schlafplätze liegen in den umliegenden Waldrändern.

Vor allem am Nordufer waren Wasserrallen und Teichhühner während der Wintermonate wenig scheu und konnten aus nächster Nähe beobachtet werden.

Im Oktober und November rastete längere Zeit eine grössere Gruppe von Bekassinen
auf dem Rietwiesen im Müliriet. Die Höchstzahl lag bei 32.

Bei den Sturmmöwen wurden die hohen Zahlen aus früheren Jahren nicht mehr erreicht. Im Maximum wurden 44 Vögel Anfang Januar festgestellt.

Das Brutpaar der Mittelmeermöwe verbrachte den ganzen Winter am See. Die vorjährigen Jungvögel sind jedoch abgewandert. Im Oktober und dann wieder im März wurden hohe Zahlen an Lachmöwen festgestellt. Die Höchstzahl lag Mitte März bei 370 Vögeln.

Eisvögel konnten auch in diesem Winter wieder vorwiegend im Nordufer im Gebiet Giwitzen Kanal beobachtet werden. Bis zu 3 Eisvögel waren gleichzeitig anwesend.

Ein Grünspecht-Paar war während der ganzen Berichtsperiode recht aktiv und rief häufig. Das Schwergewicht lag am Südufer. Auch die Kleinspechte konnten gelegentlich angetroffen werden.

Nach einem Unterbruch  von 3 Jahren kehrten die Wasseramseln an ihren traditionellen Brutplatz unter der Chämptnerbachbrücke zurück und begannen eine Brut.

Erneut fehlte der Raubwürger als Wintergast. Ein einziger Durchzügler konnte am 19. Oktober im Robenhauserriet festgestellt werden.

Kernbeisser machen sich zunehmend rar, während sich einige Male kleine Gruppen von Erlenzeisigen im Riet aufhielten. Erneut überwinterten einige Rohrammern am Nordufer des Sees und konnten regelmässig an Schilfhalmen beobachtet werden.


GESAMTBILANZ

Diesmal eine erfreuliche Winterbilanz mit einigen Seltenheiten. Vor allem die Erstbeobachtung der Singschwäne ist erwähnenswert.


Administration / Datenkoordination
Walter Hunkeler, Bahnhofstrasse 231, 8623 Wetzikon
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7. Mai 2011
 

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